Montag, 25. Juli 2011

silence speaks louder than words

"Habt ihr schon mal daran gedacht, wie ihr euch umbringen würdet, wenn ihr wirklich Selbstmord begehen würdet?", Taylor lachte und hielt die Flasche fest. Ich grinste. Wow, darüber dachte ich gerade nach. Schon wieder. Claire lachte und schüttelte den Kopf. "Noch nicht", fügte sie hinzu. Rachel sagte streng: "Nein.", dann drehte sie den Kopf weg. Doch, hatte sie anscheinend. Und tut sie immer noch. Dann sahen alle mich an. Ich starrte sie an. Eine nach der anderen. "Ihr lügt doch. Jeder hat schon einmal darüber nachgedacht. Das gehört dazu. Jeder hatte schon mal einen Tiefpunkt. Dann denkt man sich "Ich will und kann nicht mehr.", und plötzlich fallen einem millionen Wege ein, sich um zubringen. Also ja, habe ich.", ich lächelte sie an und biss mir auf die Lippe. Ich drehte die Flasche. Nach ein paar Drehungen blieb sie bei Taylor stehen. Ich grinste und zog eine Augenbraue hoch. "Wahrheit oder Pflicht?" Sie überlegte kurz. "Pflicht." Claire und Rachel lächelten. Ich sah in den Himmel und überlegte. "Hmm.. Geh zu dem Typen da drüben und frag ihn nach seiner Nummer." Taylor lachte. "Kinderspiel.", ich hasse es für wie toll sie sich hält. Und insgeheim wünschte ich mir, dass er ihr seine Nummer nicht geben würde. Doch nach einer Weile kam sie wieder mit einem Zettel in der Hand. Ich klatschte und legte die Flasche in die Mitte. Sie grinste breit. Diesmal zeigte die Flasche auf Rachel. Sie erschrak und sah Taylor an. Rachel sah heute schon den ganzen Abend verängstigt und traurig aus. Irgendetwas war los mit ihr. Ich sah Taylor an. "Wahrheit oder Pflicht?", fragte sie grinsend. Rachel spielte mit ihren Händen und schüttelte die Haare aus dem Gesicht. "Wahrheit." - "Wen liebst du?", natürlich, typisch Taylor. Und die typische Wahrheit oder Pflicht-Frage.
Rachel sah nach unten. Dann sah sie wieder auf. "Blöde Frage..", murmelte sie.
Ich sah sie an. Und ich sah Angst in ihr. "Die Frage ist wirklich bescheuert. Frag was anderes.", ich sah Taylor an und sie grinste bloß breit. "Nein." - "Doch, Taylor. Sie möchte nicht antworten."
Rachel beobachtete uns und sagte gar nichts. "Hey, es ist okay. Es sind doch nur wir. Wir sagen nichts.", Claire sah uns abwechselnd an. Ich stand auf. "Wieso wollte ihr das denn unbedingt wissen. Ihr würdet Rachel doch auch nicht erzählen wen ihr liebt. Außerdem, wen sollte sie denn lieben? Wir sind noch Kinder. Wir können doch noch gar nicht lieben.", ich merkte wie mein Magen sich drehte und verschrenkte die Arme vor der Brust. Rachel sah auf. "Jeremiah find ich echt total nett. Aber bloß nett. Ansonsten gibt es da keinen.", sie verstummte und ich fiel auf  die Knie. "W-was?", ich konnte es nicht glauben. Rachel sah auf den Boden und ließ die kirschroten Haare ins Gesicht fallen. "Rachel.", sagte ich.
Nichts. Claire und Taylor guckten nur blöd. "RACHEL.", sagte ich wieder.
"Hey, sie sagte er ist nett. Nur nett. Mehr nicht.", Claire berührte meinen Arm leicht und versuchte mich zu beruhigen.
"Ich bin keine Konkurrenz, Audrey.", murmelte Rachel und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Natürlich war sie Konkurrenz. Jeder ist Konkurrenz für mich. Ich hatte Glück gehabt, als Jeremiah sich in mich verliebt hat. Ich bin wertlos. Nutzlos. Wenn Rachel auf Jeremiah steht und sich an ihn ranmacht, habe ich sofort verloren. Ich krabbelte zur Wand und lehnte mich gegen sie.
"Verdammt Audrey, ich finde ihn nur nett. Reg dich ab.", fauchte Rachel und ihre Augen füllten sich mit Tränen. Was passierte hier? Es war doch gar nichts schlimmes. Wieso rege ich mich so auf? Wieso weint Rachel? Ich stand auf und umarmte sie. "Ist okay. Tut mir Leid.", ich flüsterte leise. Ich wollte nicht dass Claire und Taylor es mit bekamen. Rachel nickte. "Du bist eine meiner besten Freundinnen.", sie löste sich der Umarmung und lächelte mich an. Ich nickte auch. Dann stand Taylor auf und stellte sich vor mich.
Sie hob den Kopf. "Du kannst dich überhaupt nicht durchsetzen. Was ist, wenn Rachel dir Jeremiah wegnimmt?" Ich versuchte zu lächeln. Ich glaube ich tat es. "Du hast wohl vergessen, dass Rachel neben dir steht. Und du denkst wohl, ich wäre blöd, aber ich lasse dich bloß immer gewinnen, weil du das brauchst. Du brauchst es, um dich besser zu fühlen. Und du magst jetzt beliebt sein, Taylor. Aber du wirst es nicht mehr sein, wenn wir von der Schule abgehen. Dann fängt das Leben an. Diese Zeit, versucht nur dich auf das wahre Leben vor zu bereiten.", ich sah sie an. Blieb stehen. Nahm meine Tasche, zog meine Jacke an und ging nachhause.

"I don't just want your heart. 
I want your flesh, your skin and blood 
and bones, your voice, your thoughts, 
your pulse and most of all 
your fingerprints, everywhere."


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