Ich schüttelte den Kopf. Ließ ihn sanft gegen die Wand fallen. Atmete langsam ein und aus. Mein Herz tat mir weh. Der Schmerz zog sich durch meinen ganzen Körper. Der Regen fiel hart und schwer auf meine Haut. Er erschlug mich.
Die Straßen waren leer und keine Menschenseele war zu sehen oder zu hören. Ich zog die Beine an die Brust und kauerte mich an der Wand zusammen. Schlug den Kopf mehrmals gegen die Wand und weinte lautlos. Selbst der Mond fing jetzt schon an mich auszulachen. Er rief die Sterne, sie sahen mich an und lachten. Lachten und hörten nicht mehr auf. Der Regen wurde stärker und ich schlug die Fäuste gegen meine Beine. Wollte sie spüren. Wollte irgendetwas spüren. Immernoch tat mein Herz höllisch weh. Wurde auseinander gerissen. Etwas oder jemand riss mein Herz auseinander. Schmerzvoll. Ich biss' mir wütend in den Oberschenkel. Ich war vollkommen verrückt geworden. Ein Psychopath. Verrückt, wie wirklich verrückt. Mein Kopf hörte nicht mehr auf zu reden und plötzlich fing er an laut zu pochen. Bum, bum, bum, bum. Nur mein Kopf. Schließlich fing auch mein Herz an, nur schneller. Bumbumbumbumbumbum. Jetzt weinte ich mit Tönen. Schluchzte laut.
Ich versuchte mich zu beruhigen, sagte: "Kleine Schlampe, steh auf. Beruhig dich!". Doch mein Körper hörte noch nicht auf mich. Erst nach einer Weile, fing ich an mich auf zu rappeln. Stand langsam auf, verlor das Gleichgewicht, drohte hinzufallen, hielt mich an der Wand fest, schaffte es halbwegs zu stehen. Ich drückte mich kraftlos gegen die Wand. Ich fiel hin. Mein Nacken hatte keine Kraft mehr, meinen Kopf zu halten. Meine Schultern konnten meine Arme nicht tragen. Meine Beine konnten mich nicht tragen. Mein Körper tat nicht, was ich ihm befehlte. Mein Gehirn lachte mich aus und widersprach mir. Ich blieb sitzen. Ich schlief ein. Nach schätzungsweise einer halben Stunde, wurde ich von einer Taschenlampe und Blaulicht geweckt. Die Polizei, verdammte Scheiße. Ich kniff die Augen zusammen. "Verdammt. Scheiße, verdammt.", murmelte ich bloß lautlos. "Miss", hörte ich. Reagierte nicht. Konnte nicht. Mein Mund öffnete sich nicht. "Miss?", hörte ich wieder. Ich öffnete die Augen leicht. Ich bekam ein leises: "Mhm.." heraus. Ich sah alles bloß verschwommen, aber sie hoben mich hoch und setzten mich in ihr Auto. Ich spürte ihre Hände auf mir und spürte wie sie meine Hosentaschen durchsuchten. Sie nahmen meine Fahrkarte heraus.
Sie fuhren mich nachhause und stützen mich ständig. Wahrscheinlich dachten sie, ich wäre auf Drogen. Ich versuchte etwas zu erkennen, wo wir waren. Meine Augenlider waren schwieriger denn je und irgendwann hielt der Wagen an. Sie gingen um den Wagen herum und öffneten die Tür, nahmen mich heraus. Irgendwann blieben sie stehen. Ich versuchte wenigstens einen Finger zu bewegen. Ich war vollkommen tot. Mein Körper zumindest. Irgendwann fand ich mich in meinem Bett wieder. Als ich aufwachte, war alles klarer. Ich konnte mich bewegen. Zwar pochte mein Kopf noch und mein Herz tat immernoch stark weh, aber ich konnte mich aufrichten, ohne gleich wieder hinzufallen. Elizabeth saß neben mir. "Hey Schwesterherz..", flüsterte sie.
Mein Herz tat noch stärker weh. "Wie geht's dir?", fragte sie. Sie hielt ihre Stimme ruhig und sprach langsam.
Ich warf mich wieder hin und zog die Decke über den Kopf. Sie schwieg. Nach einer Weile lag sie ihre Hand auf meine Schulter. "Was ist passiert?"
Ich wollte antworten, aber mein Mund ließ sich immernoch nicht öffnen. Ich schob die Decke herunter und zuckte mit den Achseln. Dann zwang ich mich zum sprechen. Meine Stimme war rau, kratzig und sehr leise. "Ich bin verrückt" - "Nein, das bist du nicht.", Elizabeth sah weg. Biss sich auf die Unterlippe und nahm die Hand weg. Ich setzte mich auf und holte eine Zigarette aus meiner Tasche, die direkt neben mir lag.
Elizabeth war geschockt. Sie sagte nichts. Sie sah bloß hin. Beobachtete nur. Ich steckte sie mir in den Mund und zündete sie an. Jetzt reagierte sie. Sie stand auf und schlug sie mir aus der Hand. "VERDAMMT, AUDREY, WAS IST BLOß LOS MIT DIR?! WER BIST DU?!" Ich lachte, so gut es ging, schließlich war mein Hals eine Kratzbürste. "Macht doch nichts, ich bin schon verrückt.". Sie sah mich derweil bloß an. Sie sah mich nur an. Aber ihr Blick.. Ihr Blick sagte: Ich brauche dich. Bitte, mach dich nicht selbst kaputt. und er sagte: Ich bin enttäuscht von dir, ich erkenne dich nicht mehr wieder. Dann fing sie an zu weinen und vergrub den Kopf auf meinem Bauch. "Audrey ich kann das nicht mehr. Bitte, lass es.", sie schluchzte und ihre Tränen liefen durch die drei Schichten die uns voneinander trennten. Bettdecke, T-Shirt und Top. Ich hatte keine Ahnung, was da überhaupt passierte. Wieder stand jemand neben mir, der aussah wie ich und mich anschrie. Ich boxte wie wild in der Luft herum, versuchte sie weg zu scheuchen. Doch sie blieb stehen und beleidigte mich. Ich schrie. Schrie, dass sie verschwinden solle, mich nicht ständig beleidigen solle.. Elizabeth sah verwirrt, traurig und wütend aus. "Was zur..", murmelte sie bloß. Ich sah sie an. Ich sah durch sie hindurch. Mir wurde klar, dass ich sie verängstigte. "Wo ist Mom?", fragte ich. Elizabeth schüttelte den Kopf. "Bei der Arbeit.."
Ich hielt mich an der Wand fest und versuchte aufzustehen. Ich stand. Ich stand. Ich stand. Fiel nicht hin.
"Elizabeth", flüsterte ich. Sie kam und hielt mich fest. Ich umarmte sie fest und ließ sie nicht mehr los. Obwohl ich kaum Kraft dazu hatte, und mir vorkam wie ein Hühnchen, umarmte ich sie mit all' meiner Hühnerkraft. Und sie drückte mich. Ein klein wenig zu fest, denn ich hatte das Gefühl zerquetscht zu werden, aber wir umarmten uns. Dann löste ich mich von ihr. Wir sahen uns lange bloß an. Dann fingen meine Mundwinkel an, sich zu heben. Ich lächelte. Sie lächelte zurück. "Es tut mir Leid", sagte ich. Sie nickte und nahm meine Hand. "Mir tut es auch Leid."
You were my conscience
so solid now you're like water
We started drowning
not like we'd sink any further
But I let my heart go
it's somewhere down at the bottom
But I'll get a new one.
come back for the hope that you've stolen
so solid now you're like water
We started drowning
not like we'd sink any further
But I let my heart go
it's somewhere down at the bottom
But I'll get a new one.
come back for the hope that you've stolen

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen