Sonntag, 17. Juli 2011

"I can't explain myself, I'm afraid, sir. Because I'm not myself, you see."


"Warte!", rief Jeremiah und hielt mich am Handgelenk fest. "Was ist los, verdammt?", sein Blick war gefüllt mit Verzweiflung und Angst. Ich lächelte halb. Dann sah ich in den Himmel. Die Wolken bewegten sich verdammt schnell. Ich grinste ihn an. "Was soll los sein? Irgendwas ist immer los. Ich habe keine Lust, immer diejenige mit den Problemen zu sein.", ich sah auf den Boden und Wut überkam mich. 
Er sah mich verständnisvoll an. "Es ist okay. Ich will für dich da sein. Ich will dir helfen. Aber dafür muss ich wissen, was los ist. Erklär es mir. Bitte.", er lockerte seinen Griff und ließ schließlich ganz los. Immernoch sah er mich an. Hielt meinen Blick fest. Ich sah zur Seite. "Was erklären? Dass die Welt manchmal aufhört sich zu drehen? Dass sie plötzlich wieder anfängt, schneller als jemals zu vor? Dass alles passiert, bevor du es überhaupt mitkriegst? Dass du Fehler manchmal rückgängig machen kannst? Dass ich von mir selber beobachtet werde?..", ich schluckte fest. Ich drehte mich um. Er sollte nicht sehen, dass Tränen in meine Augen stiegen. Ich spürte seinen Blick weiterhin auf mir. "Hast du jemals versucht zu lächeln, aber es ging einfach nicht?", ich sah ihn an. 
Er schüttelte den Kopf und schwieg. Er wartete, dass ich weiter redete. Aber ich tat es nicht. 
Nach gefühlten 2 Stunden fuhr ich fort. "Hast du jemals unter Tränen gelacht?", fragte ich. Natürlich hatte er. Er nickte. Redete nicht. "Siehst du. Das ist es. Jeder hat schon unter Tränen gelacht.. oder gelächelt, damit keiner sieht, dass man weinen könnte. Es gibt wahrscheinlich mehrere millionen Menschen, die schon versucht haben zu lächeln, aber die Mundwinkel nicht hoch bekommen haben. Ich bin nichts besonderes, Jeremiah. Du musst dich nicht um mich sorgen.", ich bohrte meine Fingernägel in meine Handfläche. Dann stütze ich mich vom linken Fuß, zum rechten Fuß ab, und immer so weiter. Ich stand nicht still.  Er sah mich bloß an. "Ich möchte aber.", sagte er schließlich und nahm meine Hand.

"Nun!", dachte Alice bei sich. "Nach einem solchen 
Fall würde es mir wahrscheinlich nicht einmal mehr
etwas ausmachen, die Treppe herunterzufallen! Zu Hause 
werden sie bestimmt darüber staunen, wie mutig ich bin! 
Nein, ich würde nicht einmal mehr einen Mucks von mir
geben, wenn ich vom Dach eines Hauses hinabfiele!"
Hinab, hinab, hinab. Würde der Fall jemals enden?
- Alice Im Wunderland, Lewis Caroll


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