Hab mich im Spiegel angesehen. Lange, lange, zu lange. Mein Gesicht sieht aus wie unvollendet. Ich finde so viele Fehler darin, sie sind schwierig zu zählen. Meine Beine sehen aus wie unvollendet. Sie sind zu kurz und zu dick und man könnte denken es wären die Beine, eines übergewichtigen 8 jährigen Mädchens. Meine Arme sehen aus wie unvollendet. Sie sind viel zu lang und die Hände passen nicht zu ihnen. Meine Arme erzählen Geschichten und meine Schultern tragen meine Lasten, weshalb sie so weit unten hängen. Wir sind alle gemalt, aber nur wenige von uns wurden vollendet. Wir sind auf einem Blatt gezeichnet geworden, und wurden erstellt. In einer Fabrik. Mit genauen Anweisungen, wie wir aussehen sollen. Bei manchen wurde bisschen mehr oder weniger von whatever hinein gefüllt. Wenn die Angestellten, die selber gemalt waren, gute Laune hatten, haben sie eine schöne Figur erstellt. Wir sind alle Kunst, gezeichnet vom Leben. <3
Es war alles da - meine ganze Welt, und ich konnte alles überblicken, indem
ich nur paar Schritte an einer Scheibe entlanglief. "Es ist irgendwie beeindruckend",
sagte ich. "Aus der Distanz, meine ich. Von hier oben sieht man die Gebrauchsspuren
nicht. Weißt du, was ich meine? Man sieht den Rost nicht oder das Unkraut oder die
Risse in der Farbe. Von hier oben sieht alles so aus, wie es mal gemeint war."
"Aus der Nähe ist alles hässlicher."
"Du nicht", sagte ich, bevor ich nachdenken konnte. Ohne die Stirn von der Scheibe
zu nehmen, drehte sie den Kopf und lächelte mich an. "Ich sag dir was: Wenn du selbst-
bewusst bist, bist du süß. Wenn du unsicher bist, weniger." Bevor ich antworten konnte,
sah sie wieder nach draußen und fing zu reden an. "Weißt du, was nicht schön daran ist:
Von hier oben sieht man zwar den Rost nicht oder die Risse in der Farbe und so weiter,
aber dafür sieht man, was diese Stadt wirklich ist. Wie künstlich sie ist. Sie sieht aus wie Plastik.
Wie eine falsche Stadt. Ich meine, sie hin, Q: Sieh dir all die Stichstraßen an, Sackgassen,
die nirgendwohin führen, sondern nur in sich selbst kreisen, und all die Häuser, die gebaut
wurden, um auseinanderzufallen. Und all die Plastikfiguren, die in den Plastikhäusern
wohnen und ihre Zukunft verbrennen, damit ihnen warm bleibt. Und all die Plastikkids,
die Plastikbier trinken, das ihnen irgendein Penner aus dem Plastikschnapsladen
besorgt hat. Und alle sind sie verrückt nach Konsumen. Nach Plastikdingen,
die billig und vergänglich sind. Genau wie die Leute. Ich habe achtzehn
Jahre hier gelebt, und nicht einmal in meinem Leben bin ich einem Menschen begegnet,
dem irgendwas Wichtiges wichtig war."
- Margos Spuren, John Green

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