Montag, 5. September 2011

I guess some people are just born with tragedy in their blood

"Ich bin auch nur ein junges Mädchen mit sehr starken Minderwertigkeits Komplexen. Ich verkaufe mich nie unter Wert. Ich bin unter dem Wert. Wertlos. Nutzlos. Ehrlich gesagt, braucht mich doch niemand. Ihr tut so, als würdet ihr ohne mich nicht leben können. Aber man gewöhnt sich immer daran. Wäre ich tot.. vielleicht wärt ihr traurig, das streite ich nicht ab. Aber es wäre den meisten relativ gleichgültig..", sie stockte. Schluckte und biss' sich leicht auf die Unterlippe. Dann zog sie kurz an ihrer Zigarette, die schon fast abgebrannt war, ohne dass sie mindestens vier Züge gehabt hatte. Starr sah sie mir in die Augen und zuckte mit den Schultern. "Ihr würdet euch daran gewöhnen, dass ich nicht mehr da bin. Ihr würdet lernen, ohne mich zu leben."
Sie schloss' den Mund und zog ihre Ärmel über die Hände. Dann sah sie auf den Boden. Ihr Pony fiel ihr ins Gesicht. Ich war sprachlos. Sie hatte sowas von Recht. "Rachel..", sagte ich, streckte ihr Hand nach ihr aus, aber berührte sie nicht. Dann ließ' ich den Arm fallen und setzte mich zu ihr. Ich legte den Arm sanft um sie. Sie nahm einen Grashalm sorgfältig auseinander. Ich drehte den Kopf nach links und sah Claire, Taylor, John und Jeremiah kommen. Oh gott.
Ich tippte Rachel leicht an. "Rachel", flüsterte ich panisch. Sie sah mich an. Dann sah sie, wie sie auf uns zu kamen. Ich sah sie an. Wartete auf ihre Reaktion. Sie murmelte "Scheiße" und wischte sich ihr Gesicht trocken, ließ die Zigarette verschwinden und setzte einen glücklichen Gesichtsausdruck auf.
Sie war so stark. So verdammt stark. Ich hatte keine Lust auf Gesellschaft. Es war gerade so schön depressiv gewesen.. Jeremiah lief vorne und hatte die Hände in den Taschen, Claire lief halbwegs neben ihm und Taylor spielte mit ihren Locken und flirtete mit John. Ich verdrehte die Augen. Dann sah ich Jeremiah an und grinste leicht. Ich warf Claire ein Lächeln zu und stand auf. Rachel stand auch auf. Dann ging sie zu Taylor und ließ sich einen Kuss auf die Wange drücken, sie lächelte John an und umarmte ihn kurz. Dann ging sie zu Jeremiah, sah mich flüchtig an und umarmte ihn mit Abstand. Ich schluckte fest. Sie ist ein wunderbarer Mensch.
Sie sah Claire an und drückte sie fest. Dann lächelte sie mich an. Ich lächelte zurück und ging zu Jeremiah, ich spürte Rachels Blick noch auf mir, trotzdem drückte ich ihm einen sanften Kuss auf die Lippen. Sie sah weg und wand sich Claire zu. Nach einer Weile setzten wir uns in einen Kreis. Die Sonne ging langsam unter und John und Taylor schlugen ein Lagerfeuer vor, wir stimmten zu. Claire, Rachel, Taylor und ich gingen Stöcke suchen und die Jungs redeten miteinander. Ich lief vorne, Taylor holte mich ein. "Willst du Rachel eifersüchtig machen?", fragte sie plötzlich. Ich sah sie verwirrt an. "Was?", dann zog sie eine Augenbraue hoch. "Na, wie du Jeremiah abgeknutscht hast, als sie euch beobachtet hat."
Ich blieb stehen. "Du hast sie ja nicht mehr alle. Ich mag Rachel wahrscheinlich mehr als du, geh lieber zu deinen Verehrern. Mach ihnen Hoffnungen und lass' sie dann fallen.", ich sah sie an. Sie öffnete Mund, sagte aber nichts. Dann schloss' sie ihn. Ich lief schnell weiter und drehte mich nicht einmal nach ihr um. Als ich 14 Stöcke hatte, ging ich zu den Jungs zurück, Taylor saß halb auf Johns Schoß und hatte sein Sweatshirt an. Claire und Rachel kamen auch gerade wieder, sie lachten. Ich hüpfte neben Jeremiah und gab ihm die Stöcke. Er warf siezu den anderen. "Hat jemand ein Feuerzeug?", fragte er und kratzte sich leicht am Kopf. Dann lächelte er. Ich sah Rachel an. Sie zögerte. Dann kramte sie in ihrer Tasche. "Ich glaube ich habe eins..", murmelte sie. Ich wette, sie hielt es schon längst in der Hand, brauchte aber noch 27 weitere Sekunden bis sie triumphierend "Gefunden!" rief. Taylor sah sie prüfend an. "Wieso hast du ein Feuerzeug?"
"Halt die Klappe", murmelte ich fast lautlos. Jeremiah sah mich an und lachte leise. Ich grinste ihn an. "Einfach so.", sagte Rachel auf die Art, bei der Taylor ihr nie widersprach. Tatsächlich blieb Taylor still und nickte nur leicht. Alle anderen fragten erst gar nicht. Rachel warf Jeremiah das Feuerzeug zu und er zündete die Stöcke an. Es waren bereits kleine Sterne am Himmel. Wir erzählten uns Gruselgeschichten, wie als wären wir wieder 11, bloß ohne Eltern. Es war so schön, dass es mir sogar egal war, als Taylor anfing John zu küssen. Ich ignorierte es. Jeremiah legte seinen Arm um mich und Claire und Rachel rückten auch zu uns.


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