Samstag, 4. Juni 2011

give me a new life, a new body, a new skin and a new town

Claire schlüpfte in ihren Bikini, kritisch betrachtete sie sich im Spiegel. "Sag mal.. bin ich dick?", und sie meinte es vollkommen ernst. Claire, mit der perfekten Figur, mit dem trainiertesten Bauch der Welt, den festesten Oberschenkeln, die ich je gesehen hatte, und dem wunderschönsten hervorstehenden Schlüsselbein, das wahrscheinlich überhaupt existierte. Ich musste mir ein lachen verkneifen. "Verarsch mich nicht, du meinst das nicht ernst.", ich sah auf den Boden, setzte mich aufrecht hin, damit mein Bauch gestreckt und dünn aussieht, hob die Oberschenkel ein Stück nach oben, damit sie nicht so fett aussahen und schließlich beschloss ich, dass ich am dünnsten aussehe wenn ich stehe, also stand ich auf. Ich wollte mich nicht neben sie stellen, denn sie hätte uns sofort mit einander verglichen.
Und als hätte sie meine Gedanken gehört, drehte sie sich um und sah sich meinen Körper an. Ich versuchte mich zu verstecken, aber sie scannte mich bereits. "Du bist so schlank.. Ich kann deine Rippen zählen..", murmelte sie, und es sah tatsächlich so aus, als würde Claire, die Claire, hinter der alle Typen her sind, das perfekte Beachgirl, ein wirkliches Model, eifersüchtig auf mich sei.
"Quatsch.. Du siehst doch meine Beine..", ich sah auf den Boden und schob mein linkes Bein nach hinten. Sie schüttelte den Kopf, dann kam sie zu mir und umarmte mich.
"Wieso dürfen Männer aussehen, wie sie wollen und wieso müssen Frauen immer dem Schönheitsideal entsprechen?", sie drückte mich fest an sich und ich drückte zurück. "Scheiß Welt."
Sie löste sich von der Umarmung und trat zurück. Dann nahm sie sich ihre Shorts und ein Top von mir und dann warf sie auch mir meine Sachen zu. "Komm, wir gehen richtig fett essen!", rief sie und schlüpfte in ihre Jeansshorts. Essen. Essen. Fett - essen. Kann man das überhaupt mit einander verbinden? Ich war schon lange nicht mehr "Fett - essen"..
Und dann kam mir ein einziger Gedanke, nur ein einziger: DU - BIST - DÜNN.
Ich sah in den Spiegel, und ich sah mich zum ersten mal, wie ich wirklich war.. Ich war dünn. Ich hatte hervor stehende Hüftknochen, und meine Rippen waren sichtbar. Nicht so übertrieben, wie Claire vorhin meinte, aber sie waren sichtbar. Man konnte sehen, dass ich Knochen habe.
Ich lächelte und zog mir meine Sachen an, dann packte ich Claire an der Hand und wir gingen essen.



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