Mittwoch, 6. April 2011

Living is hard, when every step you take is watched.

Und wie ich dort lag, im hohen, reglosen Gras unter dem sternentrunkenen Himmel, wie ich ihren kaum hörbaren rhythmischen Atem lauschte und der lautlosen Stille der Ochsenfrösche, der Grillen und der Autos, die in der Ferne über die I-65 rauschten, da dachte ich, dies wäre ein guter Zeitpunkt, die Drei kleinen Worte auszusprechen. Und ich nahm all meinen Mut zusammen, während ich in die sternreichste Nacht hinaufstarrte, versuchte mich zu überzeugen, dass auch sie es spürte, dass ihre Hand, so lebendig und wach auf meinem Bein, mehr war als nur Spaß, und scheiß auf Lara und scheiß auf Jake, denn Alaska Young, ich liebe dich, und was sonst zählt?, und ich hatte die Lippen schon geöffnet, doch bevor ich meine Worte flüstern konnte, sagte sie: "Es ist gar nicht das Leben oder der Tod, das Labyrinth."
"Äh, ach so. Und was sonst?"
"Das Leiden", sagte sie. "Schlimme Taten, und dass einem schlimme Dinge passieren. Darum geht es. Bolívar sprach vom Schmerz, nicht vom Leben oder vom Sterben. Wie kommt man aus dem Labyrinth des Leidens heraus?"
"Was hast du?", fragte ich. Ich spürte, dass sie die Hand weggenommen hatte.
"Nichts hab ich. Aber es wird immer Leiden geben, Pummel. Hausaufgaben oder Malaria oder einen Freund haben, der weit weg ist, wenn man einen hübschen Jungen neben sich liegen hat. Leiden ist immer und überall. Das ist die große Frage, die sich Buddhisten, Christen und Moslems stellen."


Eine wie Alaska, Seite 113-114.


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